Erste Hilfe, Lärmbelastungen und medizinische Vorsorge

Erste Hilfe

Im Betrieb – also auch auf dem Binnenschiff – muss für eine wirksame Erste Hilfe gesorgt werden. Dazu gehören:

  • das Vorhalten eines oder mehrerer Verbandskästen
  • die Ausbildung eines oder einer ausreichenden Anzahl von Ersthelfern
  • die Anbringung entsprechender Aushänge zur Ersten Hilfe; hier wird auf den Binnenschiffen insbesondere die Tafel "Rettung, Wiederbelebung und Erstversorgung Ertrinkender" – auch als "Gelbe Tafel" bekannt – gefordert

Medizinische Untersuchungen

Hier sind zwei unterschiedliche Bereiche zu beachten:

Zum einen ist arbeitsmedizinische Vorsorge bei bestimmten Beschäftigungen erforderlich. Welche notwendig sind, ergibt sich aus der zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung, die u. a. die transportierte Ladung und die im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe berücksichtigt. Die Vorsorge besteht aus einer Beratung bei bestimmten Ärzten. Ob in diesem Zusammenhang eine Untersuchung notwendig oder angeraten ist, beurteilt der Arzt, jedoch der Beschäftigte entscheidet, ob diese Untersuchung durchgeführt werden soll.

Typische Gefährdungen und Tätigkeiten in der Binnenschifffahrt, aus denen sich ein Anlass für medizinische Vorsorgemaßnahmen ergeben kann, sind folgende:

  • Lärm
  • Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten
  • Staubentwicklung durch Transportgüter
  • Benzol und seine Homologen
  • Tragen von Atemschutz

Zum anderen handelt es sich um verkehrsrechtliche Untersuchungen für den Zugang zum Beruf des Binnenschiffers sowie zur Erlangung oder Weitergeltung eines Patentes. Diese Untersuchungen werden in den staatlichen Verkehrsvorschriften gefordert. Zuständig ist in Deutschland in erster Linie der Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Dienst der BG Verkehr. Damit beauftragt ist die ASD Rhein-Ruhr GmbH.

Lärmbelastung in der Binnenschifffahrt

Bei verschiedenen Tätigkeiten in der Binnenschifffahrt ist mit Lärmbelastung zu rechnen ist.
Auf den folgenden Seiten können Sie nachschauen, mit welcher Lärmbelastung bei verschiedenen Tätigkeiten in der Binnenschifffahrt typischerweise zu rechnen ist. Die Einstufung unterscheidet vier Bereiche:

Grünes rechteck

keine Gehörgefährdung
(aber: Minimierungsgebot und Gefährdungsbeurteilung des Lärms)

Grüngelb, vertikal gestreiftes Rechteck,

keine Gehörgefährdung, aber evtl. extraaurale Lärmwirkungen
(Störung des Arbeitsprozesses, z.B. bei Konzentrationsbedürfnis; Stressreaktionen durch Lärm)

Gelbes Rechteck Unterer Auslösewert nach LärmVibrationsArbSchV erreicht oder überschritten
(Präventionsbereich)
Rotes Rechteck Oberer Auslösewert nach LärmVibrationsArbSchV erreicht oder überschritten
(Lärmbereich)


Bitte beachten Sie: Die Angaben beziehen sich auf durchschnittliche, üblicherweise zu erwartenden Arbeitsbedingungen. Je nach Arbeitsumfeld kann die Lärmbelastung auch geringer (z.B. bei gekapselten Maschinen) oder höher (Benutzung älterer Arbeitsmaschinen/Fahrzeuge) ausfallen. In diesen Fällen sollten vorsichtshalber Messungen durchgeführt werden.

Zu den Schiffstypen Fähre, Fahrgastschiff, Gütermotorschiff und Tankmotorschiff stehen detailierte Informationen zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Lärm finden Sie auf unserer Themenseite "Lärm".
Mehr Infos

Über die Auswahl eines geeigneten Gehörschutzes für Arbeiten in Lärmbereichen auf Fahrzeugen der Binnenschifffahrt informiert Sie die DGUV Information 214-013 (bisher BGI 851).
Zum Kompendium

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