Unfallfrei im Straßenverkehr

Wer täglich im Straßenverkehr unterwegs ist, setzt sich auch den damit verbundenen Risiken aus. Es ist nicht einfach, sich ständig vollkommen auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, wenn man gleichzeitig noch mit der Zentrale sprechen, einen nörgelnden Fahrgast beruhigen und eine bislang unbekannte Straße suchen muss. Jede Entscheidung der Fahrerin bzw. des Fahrers hat unmittelbare Folgen für die Sicherheit der Fahrgäste und der anderen Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt für die eigene.

Abstand einhalten

Abstand kann tödlich sein, wenn er nicht eingehalten wird. Wenn Sie mit 50 km/h unterwegs sind und Ihr Vordermann plötzlich bremst, brauchen Sie ca. 40 m, bis Ihr Fahrzeug endgültig zum Stillstand kommt.

Vorsicht mit Alkohol und Medikamenten

Wie gefährlich es ist, betrunken Auto zu fahren, weiß jeder. Allerdings wird die Wirkung von Alkohol – und auch des Restalkohols am Morgen nach dem Konsumieren oft unterschätzt. Wer Alkohol getrunken hat fühlt sich oft fit, ohne es zu sein, und schätzt Risiken falsch ein. Deswegen: Profis fahren immer mit 0,0 Promille. Dass Drogen am Steuer nichts zu suchen haben, versteht sich von selbst. Aber auch manche Medikamente können die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Deshalb sollten Taxifahrerinnen und Taxifahrer ihren Arzt oder Apotheker darauf hinweisen, dass sie Berufsfahrer sind. Packungsbeilagen von Medikamenten immer sorgfältig lesen. Bei Unklarheiten bezüglich der Wirksamkeit von Medikamenten unbedingt beim Arzt oder Apotheker nachfragen.

Funk und Mobiltelefon beim Fahren

Das Einloggen ins Wartesystem sollte möglichst nicht während der Fahrt vorgenommen werden, sondern erst, wenn der Stammplatz erreicht ist. Wenn man beim Fahren Funkkontakt mit der Zentrale aufnimmt, muss die Konzentration weiterhin auf den Verkehr gerichtet sein. Das Mobiltelefon ist zum unverzichtbaren Kommunikationsmittel geworden. Deshalb führt kein Weg an der Benutzung einer Freisprecheinrichtung vorbei.

Regeneration bringt Sicherheit

Wer hektisch ist, macht Fehler. Und Fehlreaktionen können fatale Folgen haben. Daher sollten Zeitpuffer, z. B. für eine kurze Pause, eingeplant werden. Dazu gehört auch, sich in Ruhe auf den Beginn der Schicht einzustellen (z. B. vor Nachtschichten ausschlafen). Denn nur ausgeschlafen können Fahrerinnen und Fahrer ihren Job gut und sicher wahrnehmen.

Tipps für gute Sicht

  • Halten Sie die Windschutzscheibe sauber! Verschmutzte Scheiben reduzieren die Sehleistung um 10 bis 25 Prozent. Bei Gegenlicht kann die Verschmutzung gefährliches Streulicht verursachen. Prüfen Sie auch, ob die Scheibenwischer in Ordnung sind.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Scheinwerfer sauber und richtig eingestellt sind.
  • Nachts nie in die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge schauen, sondern den Blick stattdessen auf den rechten Straßenrand richten. Ist man trotzdem geblendet, sofort Tempo reduzieren und bremsbereit sein.
  • Alle 2 bis 3 Jahre die Sehleistung testen lassen - unabhängig davon, ob man Brillen-/Kontaktlinsenträger ist oder nicht.
  • Bei Dunkelheit ist besondere Vorsicht geboten, denn nachts beträgt die Sehleistung nur noch ein Zwanzigstel des Tageswertes. Hindernisse oder Fußgänger auf dem Zebrastreifen werden wesentlich später wahrgenommen als tagsüber. Kommen dann noch schlechte Sichtverhältnisse durch Regen, Nebel oder Blendung hinzu, wird es kritisch.
  • Bei Nachtfahrten kommt es auf eine gute Kontrastsehschärfe an. Wer sicher fahren will, sollte auch schwache Helligkeitsunterschiede – etwa einen dunkel gekleideten Fußgänger auf regennasser Fahrbahn – gut erkennen können.

Fahrsicherheitstrainings

In einem Fahrsicherheitstraining lernen die Teilnehmer Risiken des Straßenverkehrs besser einzuschätzen und erfahren Strategien zur Gefahrenvermeidung. Praktische Übungen ergänzen dabei die theoretischen Inhalte.
Die BG Verkehr unterstützt Sie bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. Bezuschusst wird ein Training nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. (DVR) von mindestens eintägiger Dauer. Das Angebot gilt sowohl für Unternehmer als auch für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen.

Fahrsicherheitstrainings – Zuschüsse der BG Verkehr 

Verhalten bei Pannen und Unfällen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es jeden treffen: Eine Panne oder ein Unfall. Deswegen ist es wichtig zu wissen, was zu tun ist und professionell zu handeln:
  • Bevor die Fahrerin bzw. der Fahrer den Pannendienst, die eigene Firma oder Kollegen benachrichtigt, sollte darauf geachtet werden, dass weder man selbst noch der nachfolgende Verkehr gefährdet wird. 
  • Die Warnblinkanlage kann schon beim Ausrollen des Fahrzeugs eingeschaltet werden. Dann auf den nächsten Parkplatz bzw. in die nächste Parkbucht fahren.
  • Wenn das nicht möglich ist, ist das Fahrzeug am äußersten rechten Fahrbahnrand abzustellen.
  • Die Lenkung sollte zum Fahrbahnrand hin eingeschlagen sein, also z. B. rechts, wenn das Taxi rechts abgestellt wurde.
  • Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht ist das Standlicht einzuschalten. Die Fahrerin oder der Fahrer hat eine Warnweste anzulegen, bevor sie oder er aus dem Fahrzeug aussteigt.
  • Auf einer vielbefahrenen Straße sollten die Insassen auf der sicheren Seite aussteigen und sich abseits der Fahrbahn – möglichst hinter der Leitplanke – aufhalten.
  • Das Warndreieck oder andere Warneinrichtungen (Warnleuchte, tragbare Blinkleuchte) sind in ausreichender Entfernung aufzustellen, vor der Bergkuppe bzw. der Kurve.
  • Der fließende Verkehr kann mit Handzeichen zum langsamen fahren aufgefordert werden. Anwesende können um Mithilfe gebeten werden: Gegenverkehr warnen, Notruf veranlassen etc.
  • Hilfe kann an einer Notrufsäule, über ein Mobiltelefon oder per Funk gerufen werden. Es sind dabei so genaue Angaben wie möglich zu machen. 

Wenn Unfall- oder Pannenstelle abgesichert und der Notruf abgesetzt sind, kann Erste Hilfe geleistet werden.

Erste Hilfe

Nach der Eigensicherung erfolgt die Erste Hilfe für andere beteiligte Personen. Bei schweren Unfällen zählt jede Minute: Untersuchungen zufolge könnten mehr als 10 Prozent der Unfalltoten noch leben, wenn Unfallzeugen sofort Erste Hilfe geleistet hätten.

Erste Hilfe besteht darin, den Verletzten zu retten, die lebenswichtigen Funktionen wiederherzustellen oder aufrecht zu erhalten sowie zusätzliche Schädigungen zu vermeiden, bis professionelle Hilfe kommt. Dabei sollte man sich zuerst einen Überblick verschaffen: Wie viele Personen sind verletzt? Wer benötigt am dringendsten Hilfe? Davon hängt die Reihenfolge der Notfallmaßnahmen ab:

Bei der Versorgung von Verletzten so vorgehen, wie man es im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat. Eine verletzte Person sollte möglichst nicht allein gelassen werden. In vielen Fällen kann schon der physische Beistand und ein beruhigendes Wort eines Menschen einem Verletzten helfen.

Oft liegt der Erste-Hilfe-Kurs schon lange zurück und vieles ist in Vergessenheit geraten. Dann sollten Fahrerinnen und Fahrer dringend einen Auffrischungskurs in Erster Hilfe besuchen. Spätestens alle zwei Jahre sollte das Wissen auf den aktuellsten Stand gebracht werden.

Alle Hilfsorganisationen wie z. B. Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst, Arbeitersamariterbund, DLRG bieten Erste-Hilfe-Kurse und auch so genannte „Fresh-up“-Kurse (Auffrischungskurse) an.

Eine Liste mit weiteren Ausbildern findet man unter der Webseite www.erste-hilfe.net.

Artikelaktionen